Schlagwort-Archive: Wohnen / Gentrifizierung

The Human Scale

Der dänische Architekt Jan Gehl und seine Kollegen wollen Innenstädte wieder lebenswert machen. Sie wollen in den Großstädte mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer schaffen und die Beziehung zwischen bebauter Umwelt und der Lebensqualität ihrer Bewohner verbessern. Sieben internationale Großstädte werden mit der von Jan Gehls entwickelten Methode auf Lösungsansätze hin untersucht bzw. vorgestellt. Beispiele sind die Fußgängerzone und die Fahrradwege in Kopenhagen, die Wiederbelebung der Innenstadt von Melbourne, die Fußgängerzone mit Sitzgelegenheiten auf dem Times Square in New York, der Wiederaufbau von Christchurch, Neuseeland, nach dem Erdbeben sowie, in enger Zusammenarbeit mit den Bewohnern, die Neugestaltung von Millionenstädten wie Chongqing in China und Dhaka in Bangladesch. Der nachhaltige Ansatz Jan Gehls und der Architekten, die seinem Weg folgen, veränderte diese Zentren merklich zu Gunsten ihrer Bewohner. „Eine spannende Dokumentation, die den Stand der Dinge gekonnt einfängt und über ein Thema berichtet, das mit jedem Mensch mehr in jeder Großstadt an Brisanz gewinnt,“ so die Filmbewertungsstelle Wiesbaden.
(Text: Silvia Schierenbeck)

FBW-Prädikat: wertvoll
Credits:

USA/DK/NZL/CHN/BAN 2012
Regie, Buch: Andreas M. Dalsgaard
Kamera: Heikki Färm, F.S.C, Adam Philp, DFF, Manuel Claro, DFF, René Strandbygard, Casper Høyberg, DFF
Schnitt: Søren B. Ebbe, Nicolas Servide Staffolani
Ton: Lars Rasmussen, Per Dybdal Jensen
Musik: Kristian Selin Eidnes Andersen
Produktion: Signe Byrge Sørensen
77 Min., OmU
Verleih: http://thehumanscale.dk/press/

angefragte Gäste:
Moderation:

© Bild: Verleih

Die Stadt als Beute

Plakat_DiestadtalsbeuteVon London bis New York gilt Berlin plötzlich als “the place to be“. Das weckt Begehrlichkeiten. Jeder will hier wohnen und viele wollen sich hier eine Wohnung kaufen, die – verglichen mit „zu Hause“ – spottbillig ist. Ehemaliger staatlicher Wohnungs-bestand wird privatisiert und Mietwohnungen werden zu Eigentum. Welten prallen aufeinander und Paralleluniversen tun sich auf.

Andreas Wilcke hat diesen Vorgang vier Jahre lang durchleuchtet. Mit seiner Kamera ist er überall in der Stadt unterwegs; befragt die verschiedenen Akteure, begleitet Makler, Investoren und Kaufinteressenten bei der Schnäppchenjagd und Mieter beim Gang durch die Institutionen. Der Zuschauer ist quasi live dabei, wenn im Zeitraffertempo eine ganze Stadt umgekrempelt wird.

(Text: wilckefilms)

Credits:

Deutschland, 2015
Regie, Buch & Kamera: Andreas Wilcke
Schnitt: Steffen Bartneck, Jan Liedtke, Martin Czinczoll
Ton: Gerald Mandl
Musik: Rudolf Moser (Einstürzende Neubauten)
Produktion: Andreas Wilcke
82 Minuten, Deutsch
Verleih: http://www.weltfilm.com
Webseite zum Film:http://www.diestadtalsbeute.com/

Moderation:

Klaus Berger

© Bild: Verleih

We don’t like samba

cropped-cropped-nosamba3 nach der Vorführung: Faktencheck 
Bis vor kurzem war Brasilien einer der Shooting-Stars der BRIC-Staaten. Aber nach einem Jahrzehnt des Wirtschaftswachstums begann der soziale Zement zu bröckeln. Viele Menschen sehen keine bessere Zukunft im Kredit-basierten Boom der vergangenen Jahre. Ein Jahr vor der WM und drei Jahre vor den Olympischen Spielen kam der große Knall. Die größte Massenbewegung seit Jahrzehnten entstand, als im Juni 2013 die Fahrpreise für die öffentlichen Verkehrsmittel erhöht werden sollten. Inspiriert von diesem Aufstand verbreiteten sich soziale Kämpfe wie ein Buschfeuer: Arbeiter organisieren wilde Streiks, junge Frauen mobilisieren gegen den Besuch des Papstes, Menschen kämpfen gegen Urbanisierungsprojekte . Und in vielen Favelasist der Widerstand gegen Militarisierung und Vertreibung auf dem Vormarsch . „Wir sind keine Samba-Tänzer“, sagen die streikenden Müllarbeiter („Garis“) in einem Interview. „Wir sind Rebellen“. Sie und andere Rebellen erzählen ihre Geschichte in dieser Dokumentation.