Schlagwort-Archive: Kritik am Finanzkapitlalismus

Die Stadt als Beute

Plakat_DiestadtalsbeuteVon London bis New York gilt Berlin plötzlich als “the place to be“. Das weckt Begehrlichkeiten. Jeder will hier wohnen und viele wollen sich hier eine Wohnung kaufen, die – verglichen mit „zu Hause“ – spottbillig ist. Ehemaliger staatlicher Wohnungs-bestand wird privatisiert und Mietwohnungen werden zu Eigentum. Welten prallen aufeinander und Paralleluniversen tun sich auf.

Andreas Wilcke hat diesen Vorgang vier Jahre lang durchleuchtet. Mit seiner Kamera ist er überall in der Stadt unterwegs; befragt die verschiedenen Akteure, begleitet Makler, Investoren und Kaufinteressenten bei der Schnäppchenjagd und Mieter beim Gang durch die Institutionen. Der Zuschauer ist quasi live dabei, wenn im Zeitraffertempo eine ganze Stadt umgekrempelt wird.

(Text: wilckefilms)

Credits:

Deutschland, 2015
Regie, Buch & Kamera: Andreas Wilcke
Schnitt: Steffen Bartneck, Jan Liedtke, Martin Czinczoll
Ton: Gerald Mandl
Musik: Rudolf Moser (Einstürzende Neubauten)
Produktion: Andreas Wilcke
82 Minuten, Deutsch
Verleih: http://www.weltfilm.com
Webseite zum Film:http://www.diestadtalsbeute.com/

Moderation:

Klaus Berger

© Bild: Verleih

Waste Cooking

Wastecooking_Plakat„Wastecooking“ ist ein unterhaltsames Roadmovie. David Groß, Lebensmittelaktivist und Koch, reist durch fünf europäische Länder, um all jenes kulinarisch zu recyceln, was sonst an Essbarem vergeudet wird.

Mit jeder Menge kulinarischer Ideen im Gepäck, kocht David kreativ gegen die Lebensmittelverschwendung unserer Wegwerfgesellschaft an und spürt dabei innovative Lösungsansätze auf.

David Groß reist durch fünf europäische Länder und geht auf Schatzsuche. Laut der Welternährungsorganisation FAO landet ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel im Müll.

In Europa sind das 89 Millionen Tonnen pro Jahr. David spürt Orte der Verschwendung auf und stellt sich die Frage: Wie lassen sich Nahrungsmittel, die ansonsten vergeudet werden, retten und in genussvolle Rezepte verwandeln? Österreich, Deutschland, die Niederlande, Belgien und Frankreich stehen auf dem Speiseplan.

Auf seiner Reise rettet er Lebensmittel vor dem Wegwerfen und trifft in jedem Land engagierte Mitstreiter mit neuen Lösungsideen im Kampf gegen die Verschwendung. Mit dabei sind Spitzenköche, Wissenschaftler und Feinschmecker, die gemeinsam mit Wastecooking lukullisch gegen die Wegwerfgesellschaft ankochen.

Dabei wirft David einen Blick in die Kantine des EU-Parlaments und in die Kühlschränke Salzburger Bürger, kocht auf einem französischen Fischkutter aus Beifang frische Bouillabaisse, lädt zur Schnippeldisko in Berlin ein oder durchforstet die Natur nach Genießbarem. Es entsteht ein innovativer, kulinarischer Reiseführer mit raffinierten und köstlichen Gerichten aus allerlei geretteten Lebensmitteln. Mit dabei auf Davids Reise ist die mobile Wasteküche, ein mit dem Künstler Andreas Strauss zum Kochherd umgebauter Müllcontainer, und sein Wastemobil, das nur mit gebrauchtem Speiseöl fährt.

„Wastecooking – Kochen was andere verschwenden“ ist ein Vorhaben mit Biss. Es macht Lust, neue Wege zu gehen und Lebensmittel von einer neuen Seite kennenzulernen, wertzuschätzen und in kreative Gerichte zu verwandeln.

(Text: Mischief/Verleih)

Credits:

Österreich / 2015
Buch & Präsentation: David Groß
Regie: Georg Misch
Kamera: Daniel Samer
Schnitt: Marek Kralovsky
Ton: Tony Zhang
Musik: Jim Howard
Wasteküchen-Umbau: Andreas Strauss
Mischung: Alexander Koller
Farbkorrektur: Klaus Pamminger
Produktionsleitung: David Bohun
Thomas Lorenz (SWR)
Katharina Bohland (ORF)
Produzent: Ralph Wieser
Leitung Redaktion ARTE: Markus Nievelstein
Leitung Redaktion ORF: Martin Traxl
Eine Koproduktion von Mischief Films, SWR, ORF
In Zusammenarbeit mit ARTE
82 Min., Deutsch
Verleih: Mischief

angefragte Gäste:
Moderation:

© Bild: Verleih

 

Schluss mit schnell

(C) Arte
(C) Arte

 nach der Vorführung: Faktencheck 

Immer schneller, immer effizienter, immer rentabler – was haben wir aus der Zeit gemacht? Wir sind in einer Ära der Beschleunigung, der sich kaum einer entziehen kann. Doch es gibt eine Gegenbewegung: Weltweit haben Menschen beschlossen, sich dem Diktat der Dringlichkeit auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen zu widersetzen. In Europa, Lateinamerika, den USA und Indien gibt es Initiativen einzelner Personen und Vereine, die einen Umgang mit der Zeit finden wollen, der Aufmerksamkeit, Geduld und Sinnhaftigkeit ermöglicht. Zum Beispiel hilft dabei die globale Verankerung von Wirtschaft. Das Barefoot College in Indien zum Beispiel bildet Tausende von Frauen aus ländlichen Gebieten in der Herstellung von Solartechnik aus. Auch Versuche der Entglobalisierung können zur Entschleunigung beitragen: Die Städte Romans-sur-Isère und Bristol führen eine Alternativwährung ein, um das tägliche Leben wieder lokaler zu gestalten. Im Grunde sind sie die praktische Umsetzung der kritischen Analysen von Philosophen, Soziologen, Wirtschaftswissenschaftlern und Forschern wie Pierre Dardot, Rob Hopkins, Geneviève Azam und Bunker Roy. Philipp Borels Film ist eine Ode an das selbstbestimmte Leben.

F 2014, Regie: Philippe Borrel, 84 Min., OmU?
Do. 25.2. / 20:00 * mit Diskussion

 

(Webseite zum Film bei Arte)

Link zum Film auf Youtube