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Myanmarket – Ein Land im tiefgreifenden Wandel

Donnerstag, 8. März, 20:00

Nach langen Jahren der Militärdiktatur wird in Myanmar, dem früheren Burma im Jahr 2010 ein Prozess der Demokratisierung und wirtschaftlichen Öffnung angestoßen. Investoren und multinationale Konzerne zeigen schnell Präsenz im Land, da sie sich gewaltige Gewinne auf dem noch weitgehend „unberührten“ Markt erhoffen. In „Myanmarket“ lässt uns Filmemacherin Eva Knopf am tiefgreifenden Wandel teilhaben, der das südostasiatische Land erfasst hat und zeigt uns am Beispiel verschiedener Menschen aus Stadt und Land, wie sie mit den Chancen und Risiken der neuen Situation umgehen.

Von der Diktatur zum Konsumrummel – ein sich öffnendes Land

Myanmar, ehemals Burma, war bis vor kurzem einer der letzten weißen Flecken auf der Weltkarte des globalen Handels. Durch eine Militärdiktatur abgeschnitten vom Rest der Welt, waren in diesem Land moderne Konsumgüter gar nicht oder nur sehr schwer zu bekommen. Seit der Öffnung im Jahr 2011 verändert sich die Situation in dem asiatischen Land rasant.

Das liegt nicht zuletzt an den Investoren und multinationalen Konzernen, die sich Hoffnung auf gewaltige Gewinne auf dem noch unberührten Markt machen. 53 Millionen neuer Kunden warten vielleicht nur darauf, ihre Produkte zu kaufen? Aung Thura, ein Schweizer Unternehmer mit burmesischen Wurzeln, meint: »Ich sage (..) nicht, dass alle ausländischen Investoren gekommen sind, um sofort das große Geld zu machen. Aber einige sind mit einer Goldgräberstimmung gekommen und die Erwartungen waren enorm und oft auch unrealistisch.« Eine Reihe von Marktforschungsunternehmen sind im Auftrag von internationalen Firmen aktiv. Ihr Ziel: Herausfinden, wie die Menschen in Myanmar leben, was sie brauchen, sich wünschen. Und dann entsprechende Angebote auf den Markt bringen.

Und wie gehen die Menschen in Myanmar mit diesen Angeboten um? Wie navigieren sie zwischen den neuen Möglichkeiten und ihren traditionellen Werten? Noe Noe, eine junge Frau aus der Großstadt Rangun, sieht viele Chancen für sich:
»In Myanmar gibt es viele positive Veränderungen. Wir haben viel mehr Möglichkeiten als früher, eine bessere Bildung und die wirtschaftliche Situation verbessert sich auch.« Insbesondere die Landbevölkerung ist vom wirtschaftlichen Aufschwung und den vielfältigen neuen Möglichkeiten aber noch weit entfernt.
Wie begegnen die Menschen dem Wandel?

»Myanmarket« begleitet unterschiedliche Akteure während des Wandels. Darunter ein Team von Konsumforschern, das Myanmars größte Stadt Rangun nach dem Einkommen der einzelnen Haushalte kartiert. Der Film zeigt einen Motivationstrainer, der in seinen Lehren mühelos amerikanischen Machbarkeitsoptimismus mit buddhistischen Lehren verbindet. Eine Mutter, die überfordert von den Anforderungen ist, die die Familie und Gesellschaft an sie stellen, und die einen traditionellen Ausweg aus ihrem Alltag findet. Und ihre Tochter, die fasziniert auf die neuen Möglichkeiten blickt und nach Wegen sucht, ihre Träume zu verwirklichen.

Dynamik in der Stadt, Tradition auf dem Land

Der Film erzählt aber auch von einer Gesellschaft, in der sich die Gegensätze zwischen Arm und Reich, Stadt- und Landbevölkerung stärker zeigen als in der Zeit der Diktatur. Auch zwischen den Generationen entsteht neues Konfliktpotential.
Während auf den Jugendlichen in der Stadt ein großer Druck liegt, an den neuen Möglichkeiten teilzuhaben, scheint auf dem Land die Zeit immer noch still zu stehen. Dort ist der Wandel bisher nicht mehr als ein Versprechen. Die Regisseurin Eva Knopf liefert vielschichtige Eindrücke aus einem Land im Umbruch und lässt unterschiedlichste Menschen, die an diesem Umbruch als Akteure oder auch als Zielgruppe von Marketingmaßnahmen beteiligt sind, zu Wort kommen.

Produktionsnotiz:

Eine Gemeinschaftsproduktion von AMA FILM, der Filmakademie Baden-Württemberg und dem SWR für die Reihe »Junger Dokumentarfilm« in Zusammenarbeit mit der MFG Filmförderung Baden-Württemberg. Weitere Förderungen: HessenFilm und Medien, Bremer Dokumentarfilm Förderpreis des Filmbüros Bremen.

Credits:

BUCH UND REGIE Eva Knopf
CO-AUTORIN DREH MYANMAR Snow (Hnin Ei Hlaing)
KAMERA Stefan Sick
ORIGINAL TON Markus Limberger, Eva Knopf
MONTAGE Ana Rocha Fernandes, Götz Schauder
PRODUZENTINNEN Ulla Lehmann, Andrea Roggon
DAUER ca. 75 Min.

KOPRODUKTION SWR (Junger Dokumentarfilm)
FÖRDERUNGEN Filmförderung Baden-Württemberg (MFG), HessenFilm und Medien
FÖRDERUNG ENTWICKLUNG Bremer Dokumentarfilm Förderpreis
UNTERSTÜTZUNG Goethe Institut Yangon

Details

Datum:
Donnerstag, 8. März
Zeit:
20:00

Veranstaltungsort

City 46 – Kino 2
Birkenstraße 1
Bremen, 28195 Deutschland
Telefon:
0421-957 992 90 und tickets@city46.de
Website:
http://www.city46.de

Veranstalter

Attac Bremen – Globale und City 46 – Kommunalkino Bremen
E-Mail:
kontakt@globale-bremen.de
Website:
www.globale-bremen.de